[Rezension] Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray
Erstellt von Anja am 31. Dezember 2009
Der 1. Satz:
Das Atelier war von starkem Rosenduft erfüllt, und wenn der leichte Sommerwind die Bäume des Gartens hin und her wiegte, strömte durch die offene Tür das schwere Aroma des Flieders oder das zartere Parfum des Rotdorns.
Kurzbeschreibung: Als der extrem gutaussehende und schüchterne Dorian Gray sein Portrait erblickt, äußert er einen folgenschweren Wunsch: Sein Portrait soll an seiner Statt altern und die Last der Zeit tragen. Er aber soll immer sein jugendliches Aussehen behalten und würde dafür seine Seele geben.
Wider Erwarten wird der Wunsch Dorian Grays erfüllt. Bald schon, als er sich dem dekadenten Leben der Londoner Oberschicht hingibt, bemerkt er erste Veränderungen in seinem Bild, die ihm ganz und gar nicht gefallen. Doch was hilft es? Er schließt das Bild weg, verbirgt es vor neugierigen Blicken. In den Folgenden Jahren behält er sein unschuldiges Äußeres, doch das Bild wird mehr und mehr zu einem Dämon, dessen Gestalt Dorian nicht mehr loslässt…
Meine Meinung: Oscar Wilde schreibt zum Teil ausschweifend, blumig, sehr detailliert – für mich sind einige Passagen dadurch mühsam in die Länge gezogen worden. Aber es ist durchaus faszinierend, wie aus dem ehemals unschuldigen jungen Dorian ein Dandy wird, der sein Leben mit Oberflächlichkeiten, Verstellung, provokanten gesellschaftlichen Auftritten bar jeglicher Moralvorstellungen verbringt.
Doch leider war der Roman nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zum Teil wirklich sehr langatmig und langweilig, ich habe öfters ein paar Seiten überblättert und damit sicher nichts interessantes verpasst. Ich habe nur zuende gelesen, um zu erfahren was aus Dorian Gray und seinem Portrait wird. Schade eigentlich!
Für die Geschichte um das mysteriös alternde Bild und einen Jungen der außen schön und innen hässlich ist, kann ich mich noch begeistern. Aber der Aufbau der Geschichte und ihre Präsentation für den Leser wurde mir mit jeder Seite unerträglicher. Altkluge Weisheiten, frauenverachtende Aussagen und die latent homosexuelle, schwüle Atmosphäre geben dem Roman den Rest.
Der letzte Satz:
Erst als sie die Ringe genauer betrachteten, erkannten sie, wer es war.
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