[Rezension] Jonathan Stroud – Bartimäus 3 (Die Pforte des Magiers)
Erstellt von Anja am 6. März 2010
Originaltitel: The Bartimaeus Trilogy – Ptolemy`s Gate (2005)
Verlag: cbj (3. November 2008)
Genre: Fantasy
Seiten: 608
ISBN: 978-3570219577
Klappentext: 2000 Jahre sind vergangen, seit Bartimäus auf der Höhe seiner Macht war. Heute, gefangen in der Welt der Magier, spürt er seine Kräfte schwinden. Doch noch will Nathanael ihn nicht aus seinen Diensten entlassen, denn es herrscht Aufruhr im britischen Weltreich. Die Widerständlerin Kitty Jones eignet sich unterdessen geheimes Wissen über Magie und Dämonen an. Sie will erreichen, dass der ewige Kampf zwischen Dschinn und Menschen beendet wird. Doch dann wird London von einer unbekannten Macht angegriffen und Nathanael, Kitty und Bartimäus müssen der größten Gefahr in der Geschichte der Zauberei entgegentreten.
Der 1. Satz:
Um Mitternacht ließen sich die Assassinen von der Palastmauer fallen, vier flüchtige schwarze Schemen vor einer dunklen Fläche.
Meine Meinung: Man muss nicht unbedingt ein Fantasy-Fan sein, um diese Trilogie zu mögen. Ich finde der dritte Band ist spannender als die Vorgänger, aber leider habe ich den Witz und die flotten und ironischen Bemerkungen von Bartimäus vermisst. Die Fußnoten waren spärlicher und haben seltener zum Schmunzeln angeregt.
Aber diesmal erfährt der Leser viel mehr Hintergründe über Bartimäus` alten Meister und Zauberer Ptolemeus, die Kapitel springen zwischen Barti, Nathanael und Kitty hin und her. Man erfährt auch mehr über den “Anderen Ort”, den Bartimäus als seine Heimat benennt. Da kommt keine Langeweile auf.
Der Roman liest sich flott wie seine Vorgänger und die Hauptcharaktere weisen alle mehr oder wenige große Fortschritte in ihrer Entwicklung auf. Besonders Nathanael: von einer “Harry Potter” Kopie zu einem typischen, arroganten Zauberer, der sich erst gegen Ende dazu durchringt, sein eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen und sowohl Farbe zu bekennen als auch seinen eigenen Namen zu offenbaren. Kitty, deren Charakter im zweiten Band erstmals eingeführt und entwickelt wird, spielt eine wichtige Rolle in diesem Band und geht zu Herzen.
Die Spannung wird bis zum Schluss gesteigert, wo ein glorioses und geniales Ende, wenn auch tragisch, stattfindet. Dazwischen wird man von Bartimäus’ Fußnoten und Sprüchen unterhalten. Überschattet wird die Lesefreude auch davon, dass eine Trilogie per Definition nur aus 3 Teilen besteht und es damit dann auch Abschiednehmen heißt. Am Ende geht es um einen Abschied, der für alle, die mit den Figuren mitgefiebert haben, nicht einfach ist.
PS: Aber wie es aussieht, wird es wohl einen vierten Teil geben, zumindest kann man bei Amazon die englische Ausgabe schon vorbestellen.
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