[Rezension] Der Dunkle Turm 3 – Verrat (Graphic Novel)
Erstellt von Anja am Samstag 27. Februar 2010
Originaltitel: The Dark Tower (Treachery) (2008)
Verlag: Heyne (8. Februar 2010)
Genre: Graphic Novel
Seiten: 208
ISBN: 978-3453265806
Kurzbeschreibung: Nach der Rückkehr aus Hambry wurden Alain und Cuthbert die Titel von Revolvermännern verliehen, denn beide haben sich im Kampf gegen die Truppen John Farsons bewährt. Doch der Neid bei den übrigen Anwärtern sitzt tief, blieb beiden doch der Kampf gegen ihren Ausbilder Cort erspart, bei dem Anwärter, die versagen, alles verlieren können. Ihr Freund und Anführer Roland ist zwar der magischen Kugel entkommen, steht aber weiterhin unter ihrem bösen Bann …
Verrat ist zu einem mächtigen Wort in Gilead, der Hauptstadt Neu-Kanaans geworden, überall drohen sich Spitzel des Scharlachroten Königs einzuschmuggeln. Während die Revolvermänner den Kampf gegen Farsons Truppen fortführen, wird Rolands Mutter, Gabrielle Deschain, erneut vom Zauberer Marten zu einem Verrat an ihrem Mann verführt und diesmal soll der Dinh Gileads endgültig sterben.
Meine Meinung: Die Geschichte ist eine direkte Fortsetzung zum zweiten Band (Der Lange Heimweg). Neu dazu kommt das junge Mädchen Aileen, die Nichte von Cort, dem Ausbilder und Lehrer aller, die Revolvermänner werden wollen. Sie hat den Traum ebenfalls Revolvermann zu werden und will ihn sich auch mit allen Mitteln erfüllen.
Die Zeichnungen, vor allem die Qualität der Zeichnungen, bleiben der bisherigen Linie treu. Die Bilder erscheinen sehr realistisch. Die Atmosphäre ist nicht mehr so düster wie in Band 2, man bekommt sogar einige fröhliche Bilder und Farben am Anfang präsentiert: eine sonnige Landschaft in sattem Grün, ein Himmel in tiefem Blau. So etwas bekam man bisher so gut wie nicht zu sehen.
Natürlich gibt es wieder umfangreiches Bonusmaterial. Kurze Erklärungen zu den Hintergründen der Revolvermann-Anwärter und ihrer Mannbarkeitsprüfung, die Rolle der Frauen in der Herrschaftswelt von Neu-Kanaan, den Sekten „Schwestern der Rose“ und den Manni, sowie der bösen Tradition der Vergiftungen, denen sich der Scharlachrote König bedient. Dazu gibt es einen Auszug aus der „Giftliste“, die jeder Revolvermann auswendig lernen muss. Dann gibt es noch eine Abhandlung über die in Mittwelt sehr beliebten Rätselwettbewerbe (inkl. Rätseln und späteren Lösungen für den Leser) und Erläuterungen zu den sieben Feiertagen in dem Roman und natürlich noch einige Skizzen, Cover und Variant Cover.
Zum Schluss die Revolvermann-Litanei:
Ich ziele nicht mit der Hand; Wer mit der Hand zielt, hat das Angesicht seines Vaters vergessen. Ich ziele mit dem Auge.
Ich schiesse nicht mit der Hand; Wer mit der Hand schiesst, hat das Angesicht seines Vaters vergessen. Ich schiesse mit dem Verstand.
Ich töte nicht mit meiner Waffe; Wer mit seiner Waffe tötet, hat das Angesicht seines Vaters vergessen. Ich töte mit dem Herzen.
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| Du hast das Angesicht Deines Vaters vergessen…
Der junge Revolvermann Roland ist den Klauen des Scharlachroten Königs entkommen – vorerst. Denn zu Hause in Gilead drohen bereits neue Gefahren. Und der Zauberer Maerlyn benutzt Rolands Mutter für sein böses Ränkespiel. Mit Verrat, dem dritten Band der epischen Graphic Novel, wird Stephen Kings große Saga um den Dunklen Turm um völlig neue Geschichten bereichert.
Verrat ist zu einem mächtigen Wort in Gilead, der Hauptstadt Neu-Kanaans geworden, überall drohen sich Spitzel des Scharlachroten Königs einzuschmuggeln. Während die Revolvermänner den Kampf gegen Farsons Truppen fortführen, wird Rolands Mutter – Gabrielle Deschain – erneut vom Zauberer Marten zu einem Verrat an ihrem Mann verführt – und diesmal soll der Dinh Gileads endgültig sterben …
Als hochwertig präsentiert sich der Zeichenstil von Jee und Isanove, die Bilder sind aufwendig und liebevoll erstellt und wirken realistisch. Die Figuren und Gesichtszüge der Charaktere legen Wert auf einen überwiegend natürlichen Look und werden gekonnt, ob nun bei Freund oder Feind, wiedergegeben. Der Leser muss hilflos zusehen, wie Roland dem Wahn erliegt, den die rote Zauberkugel – genannt Maerlyns Pampelmuse – bei ihm auslöst. Sie versucht ihn sogar vor der Hilfe durch seine Freunde zu isolieren, indem sie tatsächliche Ereignisse mit schrecklichen Visionen deckt und Roland im Traumschlaf reagieren lässt – Cuthbert kommt nur knapp davon. Erschreckend und furchteinflößend sind die Portraits von Cortland Andrus – kurz Cort –, dem alten Soldaten und Ausbilder vieler Revolvermänner. Die Kämpfe der Mannbarkeitsriten haben ihn mit vielen Narben gezeichnet und Stück für Stück entstellt. Einen ganz neuen Auftritt hat Aileen, die Roland zur Frau versprochen ist, aber einen störrischen Geist hat und lieber ein Revolvermann werden möchte. Sie hat eine coole Ausstrahlung, teils weiblich-charmant, teils hart. Stück für Stück greifen die Szeneristen und Stephen King in der Graphic Novel jedes noch so kleine Detail auf, dass in Kings Romanen „zu kurz kam“ – wie den Rätselmeister – und zeichnen so ein vollkommenes Bild. Die beiden Grafiker arbeiten mit vielen recht großformatigen bis ganzseitigen Darstellungen, die während der Kämpfe recht blutig ausfallen, ohne jedoch übertrieben blutrünstig zu sein. Gelegentlich ist einer Zeichnung auch eine Doppelseite gewidmet, so z.B. dem maskierten John Farson im vierten Kapitel. Beeindruckend auch die zweiseitige Darstellung im fünften Kapitel, die Roland, Cuthbert und Alain auf dem Schießplatz unterhalb der Festungsmauern Gileads zeigt. Die Grafik ist auch hier ein eindrucksvoller Mix aus detaillierter Umsetzung, gut gewählter Farben und dem typischen, mystischen Dunst, den die Künstler der Landschaft Neu-Kanaan zuschreiben. Die Bildpanels sind mit schwarzer Rahmung hinterlegt, die in der Gesamtkonzeption perfekt zu den Stimmungen passen, welche die Bilder aufbauen. Diese Graphic Novel hebt sich von einfachen Comics nicht nur durch die künstlerischen Arbeiten, sondern auch durch die Textgestaltung ab, die – den Regeln der deutschen Rechtschreibung schon eher folgend – comicuntypisch Dialoge und Erzähltexte in Groß- und Kleinschrift einbringen. Entgegen dem amerikanischen Trend sind nur sehr wenige Geräusche mit Soundwords verdeutlicht.
Richtig zugelangt haben die Macher bei der Ausstattung im Anschluss an den Plot. Immer ergänzt um wenige Bilder, gibt es zunächst Erklärungen zu den Hintergründen der Revolvermann-Anwärter und ihrer Mannbarkeitsprüfung. Weitere Abschnitte widmen sich der Rolle der Frauen in der Herrschaftswelt von Neu-Kanaan, den Sekten „Schwestern der Rose“ und den Manni, sowie der bösen Tradition der Vergiftungen, denen sich der Scharlachrote König bedient. Passend hierzu gibt es einen Auszug aus der „Giftliste“, die jeder Revolvermann auswendig lernen muss, bevor er zur Mannbarkeitsprüfung zugelassen wird. Abschließend berichtet eine Abhandlung über die in Mittwelt heiligen Rätselwettbewerbe (inkl. Rätseln und späteren Lösungen für den Leser) und Erläuterungen zu den sieben Feiertagen, die für Kenner von Glas
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Samstag 27. Februar 2010 um 20:21
Ich finde es wundervoll, daß Du die Revolver-Litanei aufgenommen hast.
Schönes Wochenende noch!
Lg Natira