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Archiv für Februar 15th, 2010

[Rezension] Seanan McGuire – October Daye: Winterfluch

Erstellt von Anja am 15. Februar 2010

Kurzbeschreibung: Einst wurden die mächtigen Fae von den Menschen wie Götter gefürchtet und verehrt. Dann schwanden sie dahin, wurden vergessen und in das Reich der Legenden verbannt. Doch unbemerkt von der Welt existieren sie weiter, hinter den magischen Schleiern, in den hohlen Hügeln der Anderswelt. October Daye ist ein Kind beider Welten, die Tochter eines Menschen und einer Feenfrau. Wegen ihres menschlichen Erbes von den Fae verachtet, wählte sie einst ein Leben unter den Sterblichen. Aber dann verlor sie alles, was ihr lieb war, und seitdem meidet sie Menschen und Fae gleichermaßen. Da wird in San Francisco eine mächtige Fürstin des Feenvolkes ermordet, und Tobys Leben gerät erneut aus den Fugen. Denn durch einen Fluch, den die Fürstin Evening Winterrose unmittelbar vor ihrem Tod ausspricht, ist Toby verpflichtet, die Mörder zu finden und zu stellen. Kann sie dies nicht erfüllen, ist ihr eigenes Leben verwirkt. Um dem Fluch zu entkommen und den Tod von Evening zu rächen, bleibt Toby nichts anderes übrig, als in die Welt der Fae zurückzukehren und sich ihrem lang verdrängten Schmerz zu stellen. Doch kaum hat sie die Ermittlungen aufgenommen, gerät sie selbst ins Visier der Mörder.

Der 1. Satz:

Das Telefon klingelte. Schon wieder.

Meine Meinung: Der erste Teil der October Daye Reihe “Winterfluch” ist eine Mischung aus Urban Fantasy und Kriminalroman. Meine Erwartungen waren groß, das Cover finde ich sehr gelungen, genauso stelle ich mir die Person der October Daye vor.

Es geht schon spannend los, der Prolog ist fesselnd und liest sich vielversprechend. Nur leider hält sich die Spannung nicht lange. Die Handlung plätschert so vor sich hin, erst im letzten Drittel, mit der Überführung der Täter, kommt wieder Action auf. Die vielen Charaktere sind anfangs ein Wirrwarr, weder der Leser noch Toby weiß, wer wirklich auf ihrer Seite kämpft und wem man besser nicht über den Weg trauen sollte.

Die Grundidee irische bzw. keltische Mythologie und Elemente der Kriminalliteratur in einem Roman zu kombinieren gefiel mir gut. Zur Einführung steht auf der ersten Seite ein Leitfaden zur Aussprache der keltischen Begriffe. Gute Idee, nicht so gute Umsetzung. Für  Verwirrung sorgten die viel zu vielen Namen der verschiedenen Fae-Wesen, die kaum oder gar nicht beschrieben wurden. Ich kenne mich in der Mytholgie nicht aus, daher weiß ich nicht, was Daoine Sidhe, Selkies oder Tylwyth Teg sind. Da hätte ich gern mehr darüber erfahren, aber wahrscheinlich hätte das die Grenzen des Romans gesprengt.

Trotz der meiner Kritik hat Seanan McGuire einen guten Schreibstil, nicht zu flach und sehr bildlich, so dass die phantastische Feenwelt mit den vielen mystischen Begriffen wie Rosenkobolde, Pixies und Trugbanne farbenprächtig dargestellt und erzählt wird. Es liest sich zwar flüssig aber es fehlt an der nötigen Tiefe der Handlung, somit plätschert sie Kapitel für Kapitel als Erzählung dahin.

Wahrscheinlich werde ich trotzdem den nächsten Band lesen, denn jetzt bin ich schon neugierig geworden, wie es mit Toby und der wundervollen Feenwelt weitergeht.


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