[Rezension] Jonathan L. Howard – Johannes Cabal: Seelenfänger
Erstellt von Anja am 29. Dezember 2009
Eine Leseprobe findet ihr hier…
Der 1. Satz:
Walpurgisnacht. Hexensabbat, die letzte Nacht im April, in der das Böse umgeht.
Kurzbeschreibung: Ein Jahr, 100 Seelen und ein Jahrmarkt der besonderen Art: ein Seelenfänger packt aus. Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich an den Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besessen hat. Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder … ein fairer Deal, oder?
Meine Meinung: Als erstes muss ich das fantasievolle Cover loben. Es erinnert mich ein wenig an Tim Burton`s “Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche” oder “Beetlejuice”. Dieses Buch ist vollgepackt mit schwarzem Humor, viel Ironie und Sarkasmus.
Der Roman lässt sich schnell und einfach lesen. Der Autor schafft es eine fantasievolle, aber dennoch glaubwürdige Welt aufzubauen und mit runden Charakteren zu beleben. Er ist amüsant zu lesen, wie sich Johannes mit den teuflischen Mitarbeitern seines Jahrmarktes auseinandersetzen muss und man kann sich problemlos in die einzelnen Charaktere hineinversetzen.
Johannes Cabal`s Charakter ist verblüffend vielschichtig. Er ist nicht wie viele andere Helden durchweg gut oder böse, dumm oder klug, sondern so wankelmütig wie ein richtiger Mensch. Hegt man eine regelrechte Sympathie für den Sonderling, kann man ihn im nächsten Augenblick schon nicht mehr leiden, weil er eine unschuldige Seele für immer verdammen will. Doch gerade diese Mischung aus Gut und Böse, die selten so ausgeprägt geschildert wird, ist faszinierend – und zugleich auch ein wenig beunruhigend.
Ein spannender Roman mit einer herrlich düsteren Atmosphäre und einer großen Portion schwarzem Humor. Die Charaktere sind vielschichtig und geben einigen Anlass zum Lachen.
Übrigens: Die Fortsetzung “Ein Fall für Johannes Cabal – Totenbeschwörer” erscheint im Oktober 2010.
Der letzte Satz:
Dann schlief Johannes Cabal ein.
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