[Rezension] Juan Gómez-Jurado – Der Gottesspion
Erstellt von Anja am Dienstag 8. Dezember 2009
Der 1. Satz:
Pater Selznick erwachte mitten in der Nacht mit einem Fischmesser an der Kehle.
Kurzbeschreibung: Der Papst ist gestorben, und in Rom treffen Kardinäle aus aller Welt zur Wahl des Nachfolgers ein. Doch dann werden nacheinander drei Kirchenfürsten auf unmenschliche Weise abgeschlachtet. Die Tat eines Geisteskranken? Oder will jemand das Konklave beeinflussen? Aber wer? Italiens Top-Profilerin Paola Dicanti wird eingeschaltet. Und auch ein Priester mit CIA-Vergangenheit macht sich auf die Jagd nach dem Mörder.
Meine Meinung: Zugegeben, der Klappentext klingt sehr verdächtig nach Dan Browns “Illuminati”, aber der Roman entwickelt sich zum Glück doch in eine andere Richtung. Der Papst Johannes Paul II. stirbt (eines natürlichen Todes), drei Kardinäle werden brutal gefoltert, verstümmelt und getötet. Der Täter wird relativ schnell identifiziert. Es ist ein Priester, der in der Vergangenheit durch mehrfachen sexuellen Missbrauch an Kindern auffällig geworden ist. Die katholische Kirche verschließt die Augen vor den Tatsachen, und versucht alles zu vertuschen. Anstelle von Gefängnis oder Therapie wird der Priester in eine “Rehabilitationsanstalt” gebracht, wo an seiner ohnehin schon gestörten Psyche nochmehr herumgepfuscht wurde; und dort wird er vollends zum Monster gemacht.
Der Schreibstil ist sehr schön, es macht Spass der Handlung zu folgen, die wirklich spannend aufgebaut ist. Ein tödliches Katz – und Mausspiel mit dem Killer beginnt, die Polizei scheint immer einen Schritt hinterher zu sein. Es kommt einfach keine Langeweile bei der atemlosen Suche nach dem Killer auf.
Gut finde ich auch die Einflechtung von realen Ereignissen und Personen, wie z. B. der Tod bzw die Begräbnisfeierlichkeiten von Papst Johannes Paul II., der ja der echte vorletzte Papst war, und letztendlich die Wahl seines Nachfolgers Joseph Ratzingers, der ja der aktuelle Kirchenoberhaupt ist. Und auch die Kritik an der katholischen Kirche kommt nicht zu kurz. Der laxe Umgang mit pädophilen Priestern steht in diesem Roman im Mittelpunkt. Wahrscheinlich auch heute noch ein brisantes Thema…
Der letzte Satz:
“Ach ja, und sag dem Papst schöne Grüße.”
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