[Rezension] Jonathan Stroud – Bartimäus 2 (Das Auge des Golem)

Der 1. Satz:

Bei Sonnenuntergang entzündeten die Feinde eines nach dem andern ihre Lagerfeuer und es waren so viele wie noch in keiner Nacht zuvor.

Kurzbeschreibung: Bartimäus ist wieder zurück: ebenso frech, überheblich, dreist und widerspenstig wie zuvor. Zu seinem großen Pech hat ihn der Junge Nathanael erneut beschworen. Dabei hatte Bartimäus gehofft, diesen Typen nie wiederzusehen.

Klar habe ich damit gerechnet, dass mich eines Tages wieder irgendein Schwachkopf mit spitzem Hut beschwört, aber doch nicht derselbe wie beim letzten Mal!

Im magischen England hat Nathanael inzwischen einen Posten in der Regierung inne. Doch der steht auf wackeligen Füßen. Denn Nathanael soll die Menschen finden, die im geheimen Widerstand gegen die Zaubererherrschaft organisiert sind. Zugleich treibt ein unbekanntes Monster sein Unwesen in London und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Nathanael gerät immer mehr unter Druck. Er vermutet, dass das Monster ein Golem ist. Aber alle anderen schreiben die Untaten dem menschlichen Widerstand zu.

Meine Meinung: Im Gegensatz zum ersten Band dauert es hier etwas, bis die Geschichte richtig in Schwung kommt. Und sie ist düsterer, dafür aber auch tiefgründiger als der erste Band. Aber bald gewinnt die Geschichte Fahrt, sie ist nicht mehr so leichtfüßig, hat dafür aber sehr viel mehr Tiefe gewonnen. Auch die Welt, in der es sich bewegt, wird plastischer. Eine Welt, deren Geschichte der unseren sehr ähnelt. Es gab Pyramiden und das antike Rom, ein britisches Weltreich, das von Gladstone gegründet wurde – nur das Gladstone ein Zauberer war und mit Magie das Parlament entmachtete.

Neben Bartimäus und Nathanael gibt es noch eine dritte Hauptfigur: Kitty, ein Mädchen aus dem Widerstand, das schon im ersten Band auftauchte. Durch sie erlebt man nun auch die Perspektive der Menschen, die in der von Zauberern und ihren Dämonen bestimmten Welt wenig zu sagen und noch weniger zu lachen haben. Kittys Gruppe plant einen großen Coup, um sich magische Gegenstände anzueignen. Doch ihre Gegner sind mächtiger, als sie ahnen …

Die Kapitel über  Nathanael oder Kitty, sind in der dritten Person geschrieben, Bartimäus’ Kapitel sind auch diesmal aus der Ego-Perspektive geschrieben. Und dann dreht auch Jonathan Stroud richtig auf, sarkastische Fußnoten, gerne mit geschichtlichen Gags vermischt, bösartige Lästereien über Zauberer und andere Dämonen – Bartimäus ist einfach köstlich.

Ich werde auf jeden Fall irgendwann den letzten Teil “Die Pforte des Magiers” auch noch lesen.

5sterne

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