[Rezension] Jonathan Stroud – Bartimäus 1 (Das Amulett von Samarkand)
Erstellt von Anja am 14. November 2009
Der 1. Satz:
Die Temperatur im Zimmer sank rasch.
Kurzbeschreibung: Bartimäus ist selbstsüchtig, rücksichtslos, dreist und leidet nicht gerade unter Minderwertigkeitskomplexen. Er ist ein Dämon, aber doch nur ein Dschinn, gehört also zum Mittelfeld in der Hierarchie der magischen Mächte. So begeistert und überzeugt wie Bartimäus von seinen Fähigkeiten ist, bedeutet es einen herben Schlag für ihn, als er von einem kleinen Jungen beschworen wird und ihm nun zu Diensten sein muss.
Dieser Junge, Nathanael, ist Zauberergehilfe eines unfähigen, aber umso strengeren Zauberers, der einen kleinen Posten in der britischen Regierung innehat. Nathanael bildet sich heimlich in den magischen Künsten weiter. Als der bösartige Zauberer Simon Lovelace ihn demütigt, beschwört Nathanael Bartimäus, um sich an Lovelace zu rächen. Hier beginnt die Geschichte, die sich sofort in rasantem Tempo entwickelt: Bartimäus stiehlt Lovelace ein mächtiges Amulett, und schon bald sind jede Menge Zauberer und Dämonen hinter dem Dieb her. Was als Streich begann, entwickelt sich schnell zu einer folgenschweren Angelegenheit. Es geht um eine Verschwörung in höchsten Regierungskreisen, um den geheimen Widerstand der “Gewöhnlichen” (wie die Menschen im magischen Großbritannien genannt werden), und nicht zuletzt um den Machtkampf zwischen Nathanael und seinem unfreiwilligen Helfer Bartimäus. Denn obwohl Bartimäus Nathanael dienen muss, hat der Jahrtausende alte Dschinn doch eine ganze Menge Tricks im Ärmel. Und da die gesamte Macht der Zauberer auf den Dämonen basiert, ist Nathanael auf seinen neuen Gefährten angewiesen.
Meine Meinung: Eine wunderbare Geschichte, rasant, eindrucksvoll, witzig und sarkastisch und natürlich spannend bis zum Schluss. Die Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben. Man springt zwischen Nathanael und Bartmäus, die sich von Kapitel zu Kapitel abwechseln, und jeweils die Geschichte aus ihrer Sicht weitererzählen, hin und her. Temporeicher Witz, Sarkasmus und Ironie (die Fußnoten des Dschinn), vor allem von Bartimäus, zeichnen die Handlung aus und man hat einfach durchweg Freude am Lesen. Bartimäus` Erklärungen und Erzählungen vergangener Zeiten aus dem Blickwinkel eines 5000 Jahre alten Dämons sind mehr als amüsant.
Die Gespräche zwischen Nathanael und Bartimäus sind immer sehr lustig, da der Dschinn oft seinen Meister auf die Schippe nimmt…die große Vielfalt an magischen Gegenständen und Wesen haben mich sehr positiv überrascht, da Jonathan Stroud dort viel Fantasie und Witz beweist. Die Story ist spannend erzählt, und lässt sich leicht lesen, man kommt sich beinahe wie in einem Fantasy-Film vor, der mit gutem Tempo voranläuft.
Ein wunderbar exzentrischer Held, eine rasante, verrückte Geschichte, eine Fantasywelt, wie man sie bisher noch nicht kannte, viel Witz und Tempo: All das macht dieses Buch zu einem besonderen Leseereignis und -vergnügen.
Der letzte Satz:
Sozusagen als kleines Andenken – damit er mich nicht vergisst.
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