[Rezension] Tess Gerritsen – Todsünde
Erstellt von Anja am 27. Oktober 2009
Der 1. Satz:
Der Mann weigerte sich strikt, ihn auch nur einen Meter weiter zu fahren.
Kurzbeschreibung: Der brutale Mord an einer jungen Nonne bringt Detective Jane Rizzoli und die Pathologin Maura Isles auf die Spur eines entsetzlichen Geheimnisses …
Weihnachten naht, und in Boston herrscht klirrende Kälte. In einem Kloster nahe der Stadt wird die Novizin Camille Maginnes brutal erschlagen. Bei der Autopsie findet die Pathologin Maura Isles heraus, dass die junge Frau kurz vor ihrem Tod entbunden haben muss – doch von dem Baby fehlt jede Spur. Detective Jane Rizzoli – selbst schwanger – befürchtet das Schlimmste, und ein grausiger Fund gibt ihr Recht. Dann wird eine zweite Frauenleiche entdeckt, bei der Maura Anzeichen für eine frühere Lepra-Erkrankung feststellt. Scheinbar haben die Fälle nichts miteinander zu tun – da kommt der FBI-Agent Gabriel Dean ins Spiel, der in einem weiteren Mordfall ermittelt. Gabriel, Rizzolis ehemaliger Liebhaber, stellt eine Verbindung zwischen den Opfern her und führt Jane und Maura damit geradewegs in einen Abgrund aus Neid, Zorn und Habgier.
Meine Meinung: Ich habe diese 400 Seiten regelrecht verschlungen: so flott sind sie zu lesen – es lag nicht nur an der großen Schrift. Aber das wundert mich nicht, denn auch schon die beiden anderen Rizzoli-Romane “Die Chirurgin” und die direkte Fortsetzung “Der Meister” waren ebenfalls superspannend und leicht zu lesen. Spannend und bis zum Schluss ist mal wieder nicht erkennbar, wer der Mörder ist. Die Tätersuche gestaltet sich gewohnt schwierig und die Handlungsorte sind düster. Gerade die detaillierten, schonungslosen und schockierenden Beschreibungen der Einzelheiten sind ein Markenzeichen der Autorin und nehmen den Leser mit auf eine spannende Reise in das Reich der Todsünde.
Tess Gerritsen hat mit den beiden Hauptfiguren (Jane Rizzoli und Maura Isles) unverwechselbare und interessante Charaktere geschaffen, die ich wirklich sehr ins Herz geschlossen habe. Sehr schön finde ich gerade die private Entwicklung von Detective Jane Rizzoli, ein weicher Kern hinter einer harten Schale. Auch Dr. Isles private Verwicklungen kommen nicht zu kurz, fügen sich aber gut in die spannende Geschichte ein, ohne störend oder ablenkend zu wirken. Tess Gerritsens Schreibstil und die Umsetzung ihres Wissens/Könnens finde ich gekonnt und toll wie in jedem ihrer Bücher.
Während sich die Spannungen in den Privatleben der beiden Hauptfiguren zu einer Krise steigern, kommt es auch in den Untersuchungen zum dramatischen Finale und zieht die Pathologin selbst in die Wirren. Sünder und Heilige tauchen auf – ausgerechnet zur Weihnachtszeit.
Etwas schade fand ich die Tatsache, dass die Geschichte um die schwangere Nonne sich letztendlich als relativ “banal” herausgestellt hat und, ohne hier viel verraten zu wollen, nichts mit dem Geheimnis um die zweite Tote zu tun hat.
Der letzte Satz:
Dann verließ sie seine Kirche und kehrte zurück in ihre eigene Welt.
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