[Rezension] Sandra Brown – Weißglut
Erstellt von Anja am 20. Oktober 2009
Der 1. Satz:
Manche meinten, wenn er sich wirklich hatte umbringen wollen, hätte er sich keinen besseren Tag aussuchen können.
Kurzbeschreibung: Beck Merchant ist ein Mann, den Sayre Hoyle nur schwerlich lieb gewinnen kann. Eigentlich ist er ihr sogar zutiefst verhasst. Das zumindest offenbart sie dem Anwalt bei ihrer ersten Begegnung in Sayres Heimatstadt Destiny. „Sie sind skrupellos, gewissenlos, gierig und geldgeil“, wirft sie dem Mann an den Kopf, den sie gerade erst kennen gelernt hat. Denn Merchant arbeitet als Anwalt für ihre Familie. Und damit treffen alle Eigenschaften ihrer Familie, so glaubt sie, auch auf Merchant zu. Warum also zieht dieser aalglatte Mann sie bloß so magisch an?
Sayre ist Mitinhaberin von Hoyle Enterprises — gegen ihren ausdrücklichen Wunsch, den sie sogar vor Gericht durchzufechten gesucht hat, wie sie betont. Denn die Machenschaften ihres Clans, der mit seiner Stahlgießerei die ganze Umgebung ausbluten lässt, sind ihr zutiefst zuwider. Deshalb hat sie Destiny schon vor langem den Rücken gekehrt und mit ihrer Verwandtschaft gebrochen. Jetzt aber musste sie doch zurückkommen. Ihr Bruder Danny, den sie als einzigen wenn auch nicht liebte, so doch zumindest nicht gehasst hat, wurde erschossen in einer Anglerhütte aufgefunden. Zunächst sieht alles nach Selbstmord aus. Aber ein junger Polizist entdeckt ein paar Ungereimtheiten, die aus dem vermeintlichen Freitod einen Mord werden lassen. Sayre muss entdecken, dass ihre Familie noch schlimmer war, als sie ohnehin schon befürchtet hat. Aber sie entdeckt auch ganz andere Seiten an Merchant…
Meine Meinung: Eigentlich weiß man schnell, wie der Hase läuft in dem Thriller der US-amerikanischen Bestsellerautorin Sandra Brown. Aber das ist ganz egal. Denn der Hase läuft letztendlich dahin, wo man ihn gerne sehen würde. Dazwischen schlägt er allerlei Finten, überrascht mit klugen Wendungen und lässt einen als Leser manchmal sogar atemlos zurück. Die Familie Hoyle hat sich in ihrer Heimat ein mächtiges Imperium aufgebaut. Jeder soll nach den Regeln dieser Familie, besonders nach jenen von Huff Hoyle, spielen. Nur Sayre hat sich vor 10 Jahren gegen ihre Familie gestellt. Auch ihr Bruder Danny war nicht ganz so, wie Huff sich das vorgestellt hätte. Chris, sein ältester und Lieblingssohn ist ganz nach Huffs Vorstellungen geraten: Geld- und machtgierig, ohne Gewissen und jederzeit bereit, sich mit Geld von jeglicher Verantwortung freizukaufen.
Durch den Selbstmord von Danny und der Rückkehr von Sayre in ihre Heimatstadt Destiny erfährt der Leser immer mehr von der Geschichte und den Schandtaten der Familie. Sandra Brown versteht es, den Leser anfangs mit verschiedenen Puzzlestückchen neugierig zu machen, die sich jedoch erst am Ende zu einem großen Ganzen zusammfügen. Das Buch war zu keiner Zeit langweilig oder langatmig; man will immer wissen, wie es weitergeht, welche Geheimnisse diese Familie hütet, was in der Vergangenheit tatsächlich passiert ist. Gespickt mit einem Schuss Erotik ist dieses Buch einfach lesenswert.
Der letzte Satz:
Das habe ich in dir gesehen.
![]()

Possibly Related Posts:
- [Rezension] Tess Gerritsen – Gute Nacht, Peggy Sue
- [Rezension] Richard Laymon – Der Pfahl
- [Rezension] Richard Laymon – Der Regen
- [Rezension] Richard Laymon – Die Jagd
- [Rezension] Tess Gerritsen – In der Schwebe
Abgelegt unter Krimi & Thriller & Horror | Keine Kommentare »







