Der 1. Satz:
Ich kenne die Melodie des Lebens.
Kurzbeschreibung: Leipzig im Jahr 2007. Sie ist die gute Seele des Krankenhauses. Sie steht denen bei, die in ihren letzten Stunden nicht allein sein sollen. Jeder, der die junge Frau am Bett eines Sterbenden wachen sieht, wird sie für einen Engel halten. Denn niemand weiß, wer sie wirklich ist … Jung sein, schön, gesund – und das bis in alle Ewigkeit: Was sich für viele nach einem Traum anhört, ist für Sia schon vor langer Zeit zum Fluch geworden. Sie sehnt sich nur nach einem: einschlafen und nie wieder aufwachen müssen. Doch das darf sie nicht. Zu groß ist die Schuld, die Sia auf sich geladen hat, zu groß die Verantwortung, die sie gegenüber der Menschheit trägt. Um den Schmerz zu lindern, schreibt Sia in einer langen, einsamen Nacht ihre Geschichte nieder. Sie beginnt 1670 und erzählt von einem kleinen Mädchen, das in die dunklen Machenschaften der »Kinder des Judas« verwickelt wurde, jenes mächtigen Bündnisses von Wissenschaftlern – und Vampiren!
Meine Meinung: Ich weiß gar nicht wieso ich so lange für dieses Buch gebraucht habe. Es hat zwar 700 Seiten, aber es ist sehr flüssig geschrieben. Der Roman ist in 4 Teile aufgeteilt: Das Mädchen, Aeterna, Entdeckungen und Tod. Das Buch thematisiert die unfreiwillige Einführung eines jungen Mädchens in die Geheimgesellschaft der Kinder des Judas, eine Bruderschaft von mächtigen Vampiren. Die Geschichte spielt im Serbien des 17. und 18. Jahrhunderts und wird mit einem parallelen Handlungsstrang aus dem gegenwärtigem Leipzig verwoben.
Jitka ist die Hauptperson des Romans. Sie wird im Jahre 1662 geboren und erlebt eine Kindheit mit wenig Freunden, da sie wegen ihres Teufelsmals gemieden wird. Als ihre Mutter von Soldaten verschleppt wird, holt sie ihr Vater ab und bildet sie zu einer Wissenschaftlerin und Kämpferin aus. Jitka sucht sich einen neuen Namen: Scylla, eine griechische Sagenfigur. Während dieser Zeit erfährt man sozusagen die komplette Lebensgeschichte Scyllas: Wie sie sich von einem kleinen, neugierigen Mädchen zu einer mächtigen, attraktiven Frau verwandelt, wie sich nach und nach ihr Charakter entwickelt: Scylla wird stärker, erwachsener und rebellischer.
Lange bleibt der Leser über die Hintergründe der “Kinder des Judas” im Unklaren. Es sind angeblich Nachfahren von Judas Ischariot. Bevor er Jünger des Messias wurde, war er ein Attentäter. Durch seinen Verrat an Jesus wurde das Schicksal erfüllt, das dem Gottessohn zugedacht war. Als Lohn schenkte Gott seinem Diener Judas das ewige Leben. Alle seine Nachfahren sind Forscher und Wohltäter der Menschheit. Jedenfalls in der Theorie…
Etwas langatmig schildert der Autor die rund dreihundertdreißig Lebensjahre der Vampirin, was leider nicht durchgehend spannend ist. Wer düstere Vampir-Storys mag und mit grausamen Schilderungen und Tötungen zurecht kommt, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Ein guter Vampirroman, der so realistisch wirkt, dass es einem den Atem raubt und gar nicht kitschig oder übertrieben wirkt. Außerdem bin ich von diesem Buch begeistert, weil es eine neue Entstehungsgeschichte der Vampire erzählt. Genialer Einfall!
Zudem lässt der Autor die Vampirin ihre dunkle Seite nicht vergessen. Er lässt sie in wilden Blutrausch verfallen und lässt sie sich erinnern, wie es sich anfühlt ein machtvolles Wesen zu sein; mit Hochmut und tiefem Fall! Endlich mal kein Kuschel-Vampir!


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