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"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen." Friedrich Nietzsche

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[Rezension] Roderick Anscombe – Verschwunden

Erstellt von Anja am Sonntag 27. September 2009

Der 1. Satz:

Die Tigerkäfige waren selbst für uns, die wir Tag für Tag im Hochsicherheitsbereich arbeiteten, ein harter Brocken.

Kurzbeschreibung: An einem brütend heißen Sommertag verschwindet in einem Bostoner Park ein achtjähriges Mädchen. Als der Gerichtspsychiater Paul Lucas von den Ermittlern zu Hilfe gerufen wird, beginnt für ihn ein Alptraum: Er weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt, denn bei der enormen Hitze wird das Mädchen ohne Wasser nach 24 Stunden tot sein. Aber die Zeugenbefragung gestaltet sich schwierig, und die Polizeiführung will baldige Erfolge sehen. Die Spur führt zu Arthur Hodges, und der Verdacht gegen den pensionierten Ingenieur erhärtet sich immer mehr. Doch der Tatverdächtige ist eiskalt und mit den üblichen Verhörmethoden nicht zu überführen. Unvermittelt sieht sich Paul vor die Wahl gestellt, entweder das Gesetz zu brechen oder zu scheitern …

Meine Meinung: Ein sehr interessanter Psychothriller, vor allem weil man etwas über die Arbeit und die Abgründe eines forensischen Psychiaters erfährt. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Dr. Lucas erzählt. Dabei wird viel Wert auf dessen psychologische Beobachtungen gelegt.  Je mehr Zeit verstreicht, umso mehr scheinen alle Beteiligten, allen voran Dr. Lucas, bereit, sämtliche Prinzipien und jede Professionalität und Legalität über Bord zu werfen, um Danielle zu finden. Denn die Zeit arbeitet gegen die Ermittler, im Prinzip spielt die Geschichte innerhalb von 24 Stunden, in denen das Mädchen gefunden werden muss, sonst stirbt sie an Dehydrierung.

Er fragt, ob jedes Mittel recht ist und im Notfall sogar Folter erlaubt sein kann, um dem Gesetz Geltung zu verschaffen und Menschen aus den Händen von Verbrechern zu befreien, die sich durch ihr Handeln jenseits aller Menschlichkeit bewegen. In seinem gut durchdachten Thriller lässt Roderick Anscombe seinen Protagonisten anfangen, die Regeln der Legalität zu durchbrechen.

Der letzte Satz:

Erst neulich bekam ich wieder aus heiterem Himmel einen Anruf von einem höflichen jungen Mann von irgendeinem Geheimdienst, dessen drei Initialen mir nicht bekannt waren, der mir eine äußerst lukrative Beratertätigkeit auf einem US-Militärstützpunkt in der Karibik angeboten hat.

5sterne

verschwunden

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