[Rezension] Martyn Waites – Der Gnadenthron
Erstellt von Anja am 11. September 2009
Der 1. Satz:
“Tosher öffnete die Augen.”
Kurzbeschreibung: Jamal, ein Strichjunge aus London, hat eine Mini-Disc mit brisanten Informationen gestohlen. Und das ist schlecht für ihn – denn nun ist »Hammer« hinter ihm her, ein brutaler Killer mit einem saphirblauen Schneidezahn, der seine Opfer auf dem Gnadenthron, einem Folterstuhl, zu Tode quält. Seine Trefferquote: 100 Prozent. Völlig verängstigt flüchtet Jamal nach Newcastle und bittet dort den ehemaligen Starjournalisten Joe Donovan um Hilfe, den ein tragisches Ereignis aus der Bahn geworfen hat: Vor zwei Jahren ist sein kleiner Sohn spurlos verschwunden, und er sucht noch immer verzweifelt nach ihm. Zusammen dringen die beiden in ein Netz des Schreckens vor, von dem sie sich keine Vorstellung gemacht hatten.
Meine Meinung: Harte Story – knappe Sprache. Eine düstere, fast schon frustrierende Grundstimmung, zerrissene Charaktere und eine Sprache, bei der jedes überflüssige Wort vermieden wird. Kurze Sätze prügeln die Handlung voran. Am Anfang des Romans übertreibt er es fast ein wenig mit der Verknappung der Sätze, aber als Leser hat man sich schnell auf diese Sprache eingestellt und verfolgt gebannt die spannende Story. Gleich zu Beginn zeigt sich, dass dieses Buch nichts für zarte Gemüter ist. Der Leser wird in der ersten Szene direkt mit einer Folterung konfrontiert, sehr intensiv beschrieben, sehr grausam. Doch mit dem Fortgang der Geschichte wurde es besser. Die Brutalitäten rücken in den Hintergrund und schaffen Platz für eine spannende, vielschichtig gewobene Story. Die verschiedenen Handlungsstränge und Personen werden langsam zueinander geführt und ergeben dann am Ende die ganze Geschichte. Allerdings bin ich nun, nach der Lektüre, doch etwas enttäuscht davon, dass der titelgebende Gnadenthron nur eine kleine Nebenrolle einnimmt und als Schauplatz für “nur” eine Folterungsszene dient. Ich hätte mir da mehr drunter vorgestellt.
Der letzte Satz:
“Sie hatten noch viel Arbeit vor sich.”
Meine Wertung: ![]()
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