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"Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen." Friedrich Nietzsche

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Archiv für August 23rd, 2009

[Rezension] Latif Yahia/Karl Wendl – Ich war Saddams Sohn

Erstellt von Anja am 23. August 2009

Kurzbeschreibung: “Fidai? Das Wort trifft mich wie ein Hammerschlag, denn ein Fidai ist mehr als nur ein Double. Ein Fidai ist alles: Doppelgänger, Kämpfer, Leibeigener. Ein Fidai muss bereit sein, für seinen Herrn zu sterben.”
Latif Yahia erzählt die unglaubliche, aber wahre Geschichte seines Lebens: Der junge Mann aus Bagdad und Sohn einer wohlhabenden Familie wurde fünf Jahre lang gezwungen, Odai Hussein, den gefürchteten Sohn des Diktators zu ‘doubeln’. Yahia hatte engen Kontakt zur ganzen Familie Hussein und erlebte hautnah das absurde System von Mord, Folter, Korruption und exzessiv ausgelebtem Reichtum, auf das sich das Terrorregime von Saddam Hussein stützt. Ständig in Todesgefahr, vertrat Yahia Odai als Doppelgänger bei Geschäftsverhandlungen und offiziellen Terminen, nahm an ausschweifenden Partys in Bagdad teil und kämpfte an Odais Stelle im Golfkrieg.

Er wurde Zeuge unfassbarer Verbrechen, und beging schließlich einen Selbstmordversuch, um seiner unerträglichen Situation ein Ende zu bereiten. Durch seine genauen Aufzeichnungen während dieser Zeit avancierte Latif Yahia zum “Buchhalter der irakischen Mafia”. Mit seinen schockierenden Enthüllungen aus erster Hand hofft Yahia, einmal mehr die Welt aufrütteln und über das wahre Wesen des irakischen Herrschaftsapparats aufklären zu können.

Meine Meinung: Ich kann es eigentlich nicht richtig in Worte fassen, was es doch für unmenschliche, egoistische, brutale, sadistische und habgierige Menschen gibt. Das Buch ist sehr spannend geschrieben, man will immer mehr erfahren wie sein Leben als Doppelgänger Odais weitergeht und gerät immer tiefer in die untersten Abgründe des Menschen. Ja, man könnte dieses Buch durchaus auch als Thriller bezeichnen, da mehr Morde (Massenmorde) und Vergewaltigungen stattgefunden haben als ein komplettes Regal mit Thrillern umfassen kann.

Unglaublich was die Menschen unter dem Regime Saddam Husseins und seiner Familie erdulden mussten. Was Latif Yahia berichtet ist eigentlich kaum zu glauben, die Bevölkerung ist am Verhungern, im Palast von Hussein vergnügt sich die Familie mit den tollsten Speisen. Wenn dem Sohn Odai ein Mädchen auf der Straße gefiel mußte sie mitkommen, egal ob sie wollte oder nicht und wurde vergewaltigt und danach ermordet, verweigert sie das Mitkommen, wird sie gleich erschossen. Auch wenn man manches in diesem Buch nicht glauben will, weil es einem zu brutal vorkommt, so denke ich doch, dass es der Wahrheit entspricht.

An vielen Stellen denkt man, das kann doch nicht wahr sein, doch ich zweifle nicht an der Ehrlichkeit der erschreckenden Aussagen. Saddams Söhne wurden schon als Kleinkinder zu Mördern erzogen, da ist es nicht verwunderlich, dass solche Monster herrschen. Es ist einfach nur erstaunlich, dass Latif Yahia mit dem Leben davon gekommen ist.

Meine Wertung: 5sterne

saddam

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