[Rezension] Andreas Eschbach – Ausgebrannt
Erstellt von Anja am 8. August 2009
Kurzbeschreibung: Als Markus Westermann in New York zum ersten Mal amerikanischen Boden betritt, ist das für ihn ein magischer Moment: Endlich ist er im “Land der unbegrenzten Möglichkeiten”, wo er ganz groß rauskommen will. Sein amerikanischer Traum scheint jedoch ausgeträumt, bevor er richtig begonnen hat: Seine Firma will ihn entlassen. Zufällig lernt er den Österreicher Karl Block kennen. Der behauptet, mit einer einzigartigen Methode Erdöl finden zu können. Markus Westermann wittert seine Chance und tatsächlich: Die beiden überzeugen eine einflussreiche Risikokapitalgesellschaft und schwimmen bald im Geld. Westermann ist auf der Überholspur – bis nicht nur ihm, sondern auch den Saudis plötzlich das Öl ausgeht. Die Welt, wie wir sie kennen, gerät aus den Fugen.
Meine Meinung: Dieser Roman von Andreas Eschbach ist, meiner Meinung nach, kein Thriller, sondern ein genial gut recherchierter Roman, der sich ganz um Erdöl dreht. Die Geschichte um Markus Westermann wird erst nach und nach klar – Eschbach arbeitet häufig mit Rückblenden und Zeitsprüngen, zum Teil zu Ereignissen, die weit vor der eigentlichen Erzählung liegen. Ganz allmählich weitet sich so die Perspektive. Und indem der Autor viele gut recherchierte Details einarbeitet, stehen plötzlich historisch scheinbar so entfernte Episoden wie der Bau der Bagdad-Bahn anfang des 19. Jahrhunderts und die Terrorflieger vom 11. September 2001 in einem Zusammenhang. Durch diese Rückblenden werden nach und nach Figuren eingeführt, die man am Anfang schwer einschätzen kann, die sich aber letztendlich anders entwickeln als man gedacht hat. Allerdings fand ich diese wirklich sehr ausführlichen Beschreibungen der Hintergründe zum Öl manchmal sehr sehr lang, aber trotzdem interessant. Neben den Ereignissen um Markus Westermann erzählt Eschbach auch eine andere Geschichte: die Geschichte der globalisierten Welt, die förmlich am Öltropf hängt, und in der gewiefte Marketingleute, Berater und Finanzexperten mit Milliarden jonglieren. Produktion, Mobilität, Konsum, unser gesamter Lebensstil wären ohne das schwarze Gold schlicht nicht möglich. Was diese Abhängigkeit für uns alle im Ernstfall bedeuten könnte, macht sich aber wohl kaum jemand klar. Es ist wirklich sehr erschreckend, wenn man mal daran denkt, was passieren könnte wenn das Öl ausgeht. Genau dieses Szenario beschreibt Eschbach sehr detailreich und es verspricht eine sehr ungemütliche Zukunft.
Meine Wertung: ![]()
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