[Rezension] Ken Follett – Die Säulen der Erde
Erstellt von Anja am 8. Juli 2009
Kurzbeschreibung: König Heinrich ist tot, und schon ist im England des 12. Jahrhunderts ein Kampf um seine Nachfolge entbrannt. Der Geistliche Francis, der seine Eltern auf grausame Weise durch marodierende Söldner verloren hat, bittet seinen Bruder Philip, inzwischen erfolgreicher Prior eines einstmals heruntergekommenen und der Sünde anheim gefallenen Klosters, um Hilfe, um eine Verschwörung gegen den inzwischen mit dem Segen der Kirche versehenen Thronfolger zu verhindern. Philip macht sich auf den Weg zum Erzbischof von Canterbury und Abt von Glastonbury, der die Macht hat, die Aufständischen aufzuhalten. Gemeinsam mit dem ebenso mittellosen wie begabten Baumeister Tom, der ebenfalls ein schweres Schicksal hinter sich hat, träumt er den Traum einer Himmel stürmenden Kathedrale, die den Wogen der aufgewühlten Zeit standzuhalten versteht und ein ewiges Zeugnis Gottes auf Erden sowie seiner Barmherzigkeit unter den Menschen ist: die „Säulen der Erde“, das größte Bauwerk des Abendlands.
Um historische Fakten rankt Ken Follett seine monumentale Story, die sich vom Erbfolgestreit bis 1170, bis zur Ermordung Thomas Beckets unter der Regentschaft Heinrichs II. erstreckt. Im Mittelpunkt der zahlreichen Handlungsstränge steht die Kathedrale von Kingsbridge, “Die Säulen der Erde“. Dombaumeister Tom Builder möchte hier seinen Lebenstraum verwirklichen. Klosterprior Philip sieht sich den Anfeindungen des verrohten Baron Hamleigh ausgesetzt, der den Bau der Kathedrale zu verhindern sucht und sein Gebiet mit Gewaltexzessen überzieht. Follett malt detailliert die Grausamkeiten jener Zeit aus: Frauen wie die schöne Grafentochter Aliena werden Opfer von Vergewaltigung, es kommt zu Folter und Brandstiftung, zu Morden und Hinrichtungen.
Meine Meinung: Der 1150 Seiten starke Roman ist ein Meisterwerk der historischen Romane. Was Follet hier geschrieben hat, gleicht eher einem Tatsachenbericht, als einer erfundenen Story. Die Lebensumstände der einzelnen Protagonisten werden detailliert dargestellt, wobei die Gefühle jedoch nie zu kurz kommen. Die Probleme der Charaktere sind leicht nachvollziehbar und wirken daher ungeheuer authentisch. Es kreuzen sich die Wege von Königen und Bauern, von Grafen und Handwerkern, von Religion und Macht…einfach alles wird erzählt…und es wird nie langweilig! Dieses Buch muss man unbedingt gelesen haben! Und ich bin gespannt auf die Fortsetzung “Die Tore der Welt”.
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